«Gut zu sitzen ist eine zentrale Fähigkeit für nachhaltig gesundes Arbeiten»
Ali Koyun
Architekt / Innenarchitekt und AlexanderTechnik-Therapeut
Meine Vision
Eine gesunde Sitz- und Körperhaltung ist so selbstverständlich wie gesunde Ernährung.
Sowie viele von uns, sitze auch ich sehr viel vor dem Computer, in Sitzungen oder im Auto. Im Wissen dass unser Körper nicht für Stillstand gemacht ist, beschäftige ich mich mit Strategien wie wir das Sitzen so gestalten können, sodass wir uns leichter unseren Beschäftigungen widmen können. Die Herausforderungen dabei sind sehr vielfältig. Unsere körperliche und geistige Verfassung, die Qualität unserer Aufmerksamkeit sowie unsere Interaktion mit der Möblierung und der Architektur, spielen alle eine bedeutende Rolle. Ich habe Sitting Well gegründet, um Menschen durch ein strukturiertes Vorgehen den Zugang zur eigenen Körperintelligenz zu erleichtern. Sitzen ist dabei nur der Startpunkt für mehr Wohlbefinden, Produktivität und Harmonie im Tun.
Mein Hintergrund
Während meines Architekturstudiums in Innsbruck hatte ich immer wieder mit Rückenproblemen zu kämpfen. Obwohl ich viel Sport trieb und körperlich aktiv war, kamen die Probleme immer wieder zurück. Untersuchungen bei verschiedenen Spezialisten hatten gezeigt, dass ich ein Hypermobilitäts-Syndrom (HMS) und eine leichte Skoliose habe. Mir wurde gesagt, dass meine übermässig beweglichen Gelenke und das elastische Bindegewebe statische Belastungen nicht gut vertragen. Daher musste ich sehr diszipliniert meine Bewegungsroutinen einhalten. Erst durch diese Diagnosen wurde mir auch gänzlich klar, dass das lange Sitzen mich sehr forderte und überforderte.
2009 schloss ich mein Studium ab und ging meinem Beruf als Architekt nach, wo mich die Beschwerden ebenfalls stets begleiteten. Kein Wunder, da ich ja tendenziell noch mehr Stunden im Sitzen verbrachte. Die Beschwerden machten es mir nicht leicht, meinen Beruf «normal» auszuüben. Alles war anstrengender, als es sein sollte.
2014 lernte ich durch einen Zufall die AlexanderTechnik kennen und begann mich immer vertiefter damit zu beschäftigen. Das war für mich auch der Startpunkt einer Reise in die Architektur des Menschen. Und zwar nicht nur im anatomischen Sinne, sondern ganzheitlich – mit allem, was unsere Bewegungs-, Haltungs- und Denkmuster beeinflusst. Erst dadurch verstand ich viel besser, was bei mir vorging und was zu Beschwerden führte. Und das Allerwichtigste war dieses neue Gefühl von «ich habe es in der Hand, durch meine Haltungs- und Reaktionsmuster mein Wohlbefinden positiv zu beeinflussen».
Mein Ausblick
Diese Selbstwirksamkeit ist seither mein treuer Begleiter – 2019 schloss ich in Zürich die dreijährige Ausbildung zum AlexanderTechnik-Therapeuten ab. Während der Ausbildung und danach war ich weiterhin als Architekt/Innenarchitekt in einem Planungsbüro beschäftigt. So konnte ich alles, was ich lernte, auch in meinem Berufsalltag anwenden und kontinuierlich weiterentwickeln. Die äussere und innere Ergonomie fügten sich in meinem Verständnis zu einem Ganzen zusammen. Mit der Zeit konnte ich meine Erkenntnisse auch mit meinen Arbeitskolleginnen und -kollegen teilen und im eigenen Betrieb tägliche «aktive Pausen» als Instrument etablieren. So trug ich dazu bei, die Gesundheit der Mitarbeitenden zu erhalten und zu fördern.
Nun möchte ich dieses Angebot ausweiten und mit einem spezialisierten Gesundheitsprogramm Menschen in sitzenden Berufen unterstützen. Gerade beim Sitzen können wir unsere Haltungs- und Bewegungsmuster sehr gut erkennen und einen Veränderungsprozess in Gang setzen. Aus eigener Erfahrung weiss ich: Schon ein kleiner Impuls kann helfen, einen bisher unbekannten Weg zu gehen und sich selbst neu zu erfahren. Die Vielfalt von Menschen und wie sie mit Situationen unterschiedlich umgehen fasziniert mich immer wieder von Neuem.
Wir sind da, um voneinander zu lernen – und das ist gut so …
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